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Arbeitszeugnis

 

1) Allgemeine Erläuterung


Der Arbeitgeber hat dem Arbeitnehmer am Ende des Arbeitsverhältnisses ein Zeugnis auszustellen, wenn der Arbeitnehmer dies verlangt. Das bisher in § 630 BGB auch für Arbeitnehmer geregelte Zeugnis, findet sich seit dem 1.1.2003 für Arbeitnehmer nur noch in § 109 Gewerbeordnung. Dort heißt es:

§ 109 Gewerbeordnung:

(1) Der Arbeitnehmer hat bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis. Das Zeugnis muss mindestens Angaben zu Art und Dauer der Tätigkeit (einfaches Zeugnis) enthalten. Der Arbeitnehmer kann verlangen, dass sich die Angaben darüber hinaus auf Leistung und Verhalten im Arbeitsverhältnis (qualifiziertes Zeugnis) erstrecken.
(2) Das Zeugnis muss klar und verständlich formuliert sein. Es darf keine Merkmale oder Formulierungen enthalten, die den Zweck haben, eine andere als aus der äußeren Form oder aus dem Wortlaut ersichtliche Aussage über den Arbeitnehmer zu treffen.
(3) Die Erteilung des Zeugnisses in elektronischer Form ist ausgeschlossen.

Das Zeugnis darf nicht derart geknickt sein, dass beim Anfertigen von Kopien für die Vorlage bei Bewerbungen Knicke mit abgelichtet würden. Am besten ist es, wenn ein Zeugnis ungeknickt und vor Knicken geschützt versendet oder übergeben wird.

Vorsicht bei den Formulierungen! Diese enthalten oft „zwischen den Zeilen“ unliebsame Überraschungen!

 

2) Arbeitnehmer hat Anspruch auf Zwischenzeugnis, München 21.09.2012


Herkömmlich gehen Arbeitnehmer davon aus, dass sie ein berechtigtes Interesse haben müssen, um von ihrem Arbeitgeber ein Zwischenzeugnis anzufordern. Dieses soll nur gegeben sein, wenn der Arbeitgeber eine Kündigung in Aussicht stellt, sich eine Versetzung anbahnt oder der Arbeitnehmer einen neuen Vorgesetzten erhält. Mittlerweile ist jedoch bereits der Wunsch des Arbeitnehmers nach der Vorbereitung eines beruflichen Wechsels als berechtigtes Interesse nach einem Zwischenzeugnis anerkannt. Die Darstellung eines besonderen Grundes ist nicht mehr notwendig. Der Arbeitnehmer kann folglich stets und ohne weitere Begründung ein Zwischenzeugnis verlangen. Ein Ausnahme stellt nur § 35 Absatz 2 TVöD dar. Danach kann der Beschäftigte nur aus triftigen Gründen ein Zwischenzeugnis anfordern. An die Gründe sind nicht zu hohe Erwartungen zu stellen. Genannt werden beispielhaft die Bewerbung um eine neue Stelle, zur Vorlage bei Gericht oder Behörden, bei Stellen eines Kreditantrages, Wechsel eines langjährigen Vorgesetzten, strukturelle Änderung im Betriebsgefüge, bevorstehende persönliche Veränderungen. Nach Aufforderung ist das Zwischenzeugnis zeitnah auszustellen. In der Regel ist eine Frist von 1 - 2 Wochen als ausreichend anzusehen.

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